22.02.2012
Statkraft stellt Gaskraftwerk in Kaltreserve
Der norwegische Energieversorger Statkraft hat mitgeteilt, dass er seine deutschen Erzeugungskapazitäten reduziert. So wird das 430 MW Gaskraftwerk in Emden in Kaltreserve gestellt und Personal am Standort abgebaut. Das auf demselben Gelände betriebene Biomassekraftwerk sei allerdings von diesem Schritt nicht betroffen. Nach Angaben des Unternehmens sei eine intensive Analyse der wirtschaftlichen Perspektiven des Kraftwerks der Entscheidung vorausgegangen. Asbjørn Grundt, Mitglied des Konzernvorstandes bei Statkraft, betont: 'Als Anbieter flexibler Stromerzeugung halten wir unverändert an Gaskraftwerken als wichtigen Bestandteil des Stromerzeugungssystems fest.' Laut Dr. Jürgen Tzschoppe, verantwortlicher Geschäftsführer der Statkraft Markets GmbH, werden Pläne für den Bau einer neuen Anlage am gleichen Standort nicht weiter verfolg: 'Wir sehen derzeit keine Marktsignale für den Aufbau zusätzlicher Gaskraftwerkskapazitäten in Deutschland. Die Finanzkrise hat zu einem Rückgang in der Stromnachfrage geführt. Zudem stehen derzeit im Spotmarkt hohe Gaspreise niedrigen Strompreisen gegenüber; ein klares Signal für einen europaweiten Kapazitätsüberschuss bei der Erzeugung.'
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21.02.2012
Mehr Beschäftigte in der Energie- und Wasserversorgung
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren in Deutschland im Dezember 2011 im Wirtschaftsbereich Energie- und Wasserversorgung rund 241.000 Personen tätig. Das sind nach vorläufigen Ergebnissen 0,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Laut Auswertung stieg dabei besonders stark die Anzahl der Beschäftigen bei Betrieben mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Gasversorgung (+ 5,8 Prozent gegenüber Dezember 2010). Einen geringen Zuwachs von 0,3 Prozent gab es im Bereich Elektrizitätsversorgung. Rückläufig war dagegen die Anzahl der Beschäftigten in Betrieben der Wärme- und Kälteversorgung (– 3,2 Prozent) und der Wasserversorgung (– 0,8 Prozent). Weiter heißt es, dass 75 Prozent der Beschäftigten (180.000 Personen) der Energie- und Wasserversorgungsbranche Ende Dezember 2011 in Betrieben mit Tätigkeitsschwerpunkt in der Elektrizitätsversorgung beschäftigt waren. Der Bereich der Gasversorgung beschäftigte rund 18.000 Personen und damit 8 Prozent aller Beschäftigten der Energie- und Wasserversorgung. In Betrieben, deren Tätigkeitsschwerpunkt in der Wasserversorgung lag, waren gut 31.000 Mitarbeiter (13 Prozent) und im Wirtschaftszweig Wärme- und Kälteversorgung rund 11.000 Personen (5 Prozent) tätig.
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20.02.2012
Forschungsprojekt: Methanisierung mit Hilfe von Biogas
Gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) forschen die Bundesländer Hessen und Thüringen an der Speicherung regenerativer Energien in Form von erneuerbarem Methan. 'Die Erzeugung von Methan durch überschüssigen Strom aus Erneuerbaren Energien und die Einspeisung in das Erdgasnetz (Power-to-Gas) kann im Energieversorgungssystem der Zukunft eine wesentliche Rolle spielen', so die Umweltminister der beiden Länder. Die Forschungsinstitute ZSW und Fraunhofer IWES entwickelten die Grundlagen der Verfahrenstechnik und die Konzepte zur Einbindung in das Stromnetz. Um die Realisierbarkeit in der Praxis zu demonstrieren und zu ermitteln, soll nun eine von der Fa. SolarFuel entwickelte Pilotanlage am Eichhof, dem Standort des Hessischen Biogas-Forschungszentrums HBFZ in Bad Hersfeld zu Versuchszwecken in Betrieb gehen. Die Kooperationspartner investieren insgesamt 600.000 Euro zu gleichen Teilen in die Forschung und den Aufbau der Pilotanlage. In dem vorgesehenen Projekt soll in einer 25 kW-Forschungsanlage unter praxisnahen Bedingungen, die Zuverlässigkeit, die Betriebsweise und Effizienz der Methanisierung von Wasserstoff optimiert und die Verwertbarkeit des Erneuerbaren Methans erforscht werden. Die Herstellung von Erneuerbarem Methan bietet laut Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz 'die Chance, nicht nur Bioenergie abzugeben, sondern Energie aus dem Netz aufzunehmen um Stromüberschüsse zu speichern'. Gleichzeitig könnten sämtliche Verteilungswege des herkömmlichen Erdgases genutzt werden. Da Deutschland über ein gewaltiges Erdgasnetz mit rund 400.000 Kilometern mit angeschlossenen Speichern verfügt, könne man über die Methanisierung diesen Speicher ohne Probleme erschließen, so Reinholz weiter.
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17.02.2012
Meeres-Stromleitung verbindet England und Schottland
Wie die Siemens AG mitteilt, wird das Unternehmen im Konsortium mit dem italienischen Kabelhersteller Prysmian eine Gleichstromleitung in der Irischen See installieren. Der Auftragswert liegt bei mehr als 1,1 Milliarden Euro. Die Auftraggeber sind der britische Netzbetreiber National Grid Electricity Transmission und der schottisches Netzbetreiber Scottish Power Transmission. Die Verbindungsleitung zwischen Schottland und England wird bis Ende 2015 in verlustarmer Hochspannungsgleichstrom-Übertragungstechnik (HGÜ) ausgeführt werden. Nach Unternehmensangaben ist es das erste Mal, dass ein HGÜ-Seekabel mit 600 Kilovolt (kV) Spannung verlegt wird. Die Spannung ist um 20 Prozent höher gegenüber bisherigen Leitungen, was eine in gleichem Maße gesteigerte Kapazität bedeutet. Somit kann bei gleichem Kupfer-Querschnitt mehr Energie übertragen werden, was die Materialkosten senkt. Des Weiteren sinken die Übertragungsverluste um rund ein Drittel. Das Projekt 'Western HVDC Link' soll die Kapazität innerhalb des britischen Übertragungsnetzes erweitern und so die von der Regierung angestrebte Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen (CO2) unterstützen. Udo Niehage, CEO der Division Power Transmission im Siemens-Sektor Energy, sagt. 'Wir bauen nicht nur die erste Seekabelverbindung mit 600 Kilovolt Spannung, sondern auch die erste Meeresleitung mit einer Übertragungskapazität von 2.200 Megawatt - das entspricht der Leistung von zwei Großkraftwerken.'
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16.02.2012
Wechsel des Strom- und Gasanbieters wird einfacher
Neue Regeln erleichtern zukünftig den Wechsel des Strom- und Gasanbieters. Das Bundeskabinett hat diese Änderung von Verordnungen auf dem Gebiet des Energiewirtschaftsrechts beschlossen. Künftig können Kunden ihren Vertrag mit einer Frist von zwei Wochen kündigen. Bislang war dies nur mit einer Frist von einem Monat zum Monatsende möglich. Weiter wurde beschlossen, dass ein solcher Wechsel nicht länger als drei Wochen dauern darf. Dazu wurden die Vorgaben an die Unternehmen zur Zusammenarbeit bei der Abwicklung des Lieferantenwechsels angepasst. 'Die neuen Regeln stärken den Wettbewerb und motivieren Unternehmen zu günstigeren Angeboten', kommentiert Wirtschaftsminister Phillip Rösler. Er ermuntert die Verbraucher, von ihren neuen Rechten bei der Wahl des günstigsten Anbieters auch Gebrauch zu machen. Denn dabei müsse niemand befürchten, bei einem Wechsel ohne Strom oder Gas auskommen zu müssen. 'Der örtliche Grundversorger ist in jedem Fall zur Versorgung verpflichtet', so Rösler weiter. Bei Problemen kann die im November anerkannte Schlichtungsstelle Energie kostenlos vermitteln. Die Energieversorger sind künftig dazu verpflichtet, auch in den Grundversorgungsverträgen auf die Schlichtungsstelle Energie hinzuweisen. 'Mit den Änderungen werden die Rechte der Verbraucher im Energiesektor weiter gestärkt', sagt die Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner. Laut Aigner stärke die Novelle die Macht der Verbraucher wesentlich: 'Sie können durch ihre Entscheidungen Bewegung in den Markt bringen und den Großkonzernen zeigen, dass ihre Kunden nicht bereit sind, jede Preiserhöhung einfach hinzunehmen.' Die Änderung tritt in Kraft, wenn der Bundesrat den Verordnungen zustimmt.
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15.02.2012
Erdgasproduktion in der algerischen Sahara
Nach Angaben der RWE Dea AG arbeitet das Unternehmen am Ausbau ihrer Produktionsaktivitäten in Nordafrika. Der Konzern hat die Genehmigung für die Entwicklung von insgesamt sechs Erdgasfeldern in der algerischen Sahara erhalten. Die algerische Behörde ALNAFT erteilte die Genehmigung für die Entwicklung der Gasfelder Reggane, Azrafil Süd-Ost, Kahlouche, Kahlouche Süd, Tiouliline und Sali in der Wüste Algeriens. Im Jahr 2002 hat RWE Dea mit den Partnern Repsol (als Betriebsführer) und Edison die Arbeiten im Konzessionsgebiet Reggane North aufgenommen. 2009 wurde die Explorationsphase mit entsprechenden Erdgasfunden erfolgreich abgeschlossen. Laut Christoph Schlichter, Senior Vice President Production North Africa von RWE Dea, gehen die Beteiligten davon aus, dass mit der kommerziellen Gasförderung in der ersten Jahreshälfte 2016 begonnen werden kann. 'Insbesondere im Hinblick auf die Bemühungen der Europäischen Union die Energieversorgung stärker zu diversifizieren, spielt Algerien als Gasexporteur und somit als Handelspartner für Europa zunehmend eine wichtige Rolle', erläutert Ralf to Baben, Chief Operating Officer der RWE Dea AG. Die Gesamtinvestitionen für das Entwicklungsprojekt liegen bei rund drei Milliarden US-Dollar. Der Zeitraum für die Förderung wird mehr als 25 Jahre betragen. Der Feldentwicklungsplan sieht über einen Produktionszeitraum von zwölf Jahren eine konstante Förderrate von acht Millionen Kubikmetern Gas pro Tag vor.
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14.02.2012
Netzstabilität durch Erneuerbare nicht bedroht
Der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) Philipp Vohrer betont, dass für eine zukunftsfähige Energieversorgung in der Europäischen Union die forcierte Installation von Erneuerbare-Energien-Anlagen ohne Alternative bleibe. Das gelte für Deutschland ebenso wie für die übrigen Mitgliedstaaten im Binnenmarkt. Die kürzlich mehrfach verkündeten Bedenken über eine Gefährdung der Netzstabilität durch Erneuerbare stünden laut AEE im Widerspruch zur Realität im deutsch-französischen Stromhandel. 'Vielmehr liefert Deutschland auch in diesem Winter Strom nach Frankreich, um dort das relativ unflexible, stark von der Atomkraft abhängige Stromsystem zu entlasten', sagt Vohrer. Die dezentrale Photovoltaik sorge zudem für einen Ausgleich und für Stabilisierung im deutschen Netz, während Frankreich mit seinen zentralen Großkraftwerken in diesen Tagen ständig am Rande eines Blackouts stehe, kommentiert der AEE-Geschäftsführer. 'Dafür, dass der Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland die Netzstabilität bedrohen würde, gibt es bislang keinerlei Anzeichen', so Vohrer abschließend.
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13.02.2012
Wärmeversorgung: Weitere 5 Jahre Förderung
Die KfW und das Bundesumweltministerium (BMU) haben für weitere fünf Jahre die gemeinsame Förderung von Investitionen zur Wärmeversorgung durch Erneuerbare Energien (EE) vereinbart. Das Programmvolumen 'Erneuerbare Energien - Premium' 2011 wurde insgesamt auf eine halbe Milliarde Euro erhöht. Gefördert werden große Solarkollektoren, Wärmespeicher, Wärmenetze, Biogasaufbereitungsanlagen, Biomassenanlagen und Tiefengeothermie. Das Programm ist Teil des Marktanreizprogramms des BMU, bei dem größere, meist gewerbliche Anlagen gefördert werden. BMU-Staatssekretär Jürgen Becker erläutert: 'Unser Ziel ist es, bis zum Jahr 2020 einen Anteil von 14 Prozent Erneuerbare Energien am Energieverbrauch für Wärme zu erreichen. Gewerbliche und kommunale Investitionen in Wärmeversorgungen auf Basis Erneuerbarer Energien sind dabei ein wesentlicher Baustein.' Dr. Axel Nawrath, Mitglied im Vorstand der KfW Bankengruppe, ist sich sicher, dass der Umbau zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Wärmeversorgung durch EE für Unternehmen und private Verbraucher Preisrisiken der Zukunft mindere: 'Die geförderten Investitionen substituieren den Einsatz fossiler Brennstoffe, insbesondere Erdöl und Erdgas. Dies schont die Umwelt und vermindert Treibhausgasemissionen - und ist gleichzeitig ein wesentlicher Beitrag zur Technologieförderung und zur Schaffung von Arbeitsplätzen.' Das Programm startet vor über zehn Jahren. Laut BMU konnten seit Programmbeginn Förderkredite in Höhe von über 2 Milliarden Euro ausgereicht und über 10.000 Maßnahmen gefördert werden.
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10.02.2012
Selbstverpflichtung: Ford will Wasserverbrauch reduzieren
Der Automobilhersteller Ford hat sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten fünf Jahren den Abfall und den Wasserverbrauch deutlich zu reduzieren. Bis zum Jahr 2016 soll insbesondere bei der Produktion in den europäischen Werken das durchschnittliche Aufkommen unverwertbarer Abfälle pro Fahrzeug von aktuell fünf Kilogramm auf 1,5 Kilogramm reduziert werden. Darüber hinaus ist geplant, den Wasserbrauch um 30 Prozent zu senken. Durch diese Einsparungen würden bei 1,2 Millionen jährlich gefertigten Pkw und Nutzfahrzeugen der Marke rund 1,3 Milliarden Liter Wasser eingespart werden. Das entspricht einer Reduzierung von 1.100 Litern pro Fahrzeug und einer Kostenersparnis von etwa 2,3 Millionen Euro. Laut Unternehmen basiert die Ankündigung und Selbstverpflichtung auf bereits bestehenden Aktivitäten. So sei Ford Europa der Unternehmenszweig mit dem geringsten Abfallaufkommen innerhalb des US-Konzerns: die Menge an unverwertbaren Abfällen konnte seit 2007 um 40 Prozent reduziert und der Wasserverbrauch um 37 Prozent gesenkt werden.
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09.02.2012
CCS-Technologie ist für Energiewende ungeeignet
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ist davon überzeugt, dass die umstrittene CCS- Technologie in den kommenden 20 Jahren im deutschen Stromsektor keine Rolle spielen wird. Auch auf europäischer Ebene enttäusche die Technologie, heißt es weiter. Das Ergebnis einer aktuellen DIW-Studie zeigt, dass keines der sechs Pilotprojekte bisher das Ziel erreicht hat, dauerhaft CO2- Emissionen zu vermeiden. Laut DIW-Industrieökonom Christian von Hirschhausen habe die verpasste Markteinführung die energiewirtschaftlichen Perspektiven verändert: 'Die Bundesregierung muss ihr Energiekonzept von 2011 revidieren. Strategien, die auf die Verfügbarkeit von CCS in den kommenden 10 bis 20 Jahren setzen, sind hinfällig und weder ökonomisch noch energiepolitisch sinnvoll.' Die sogenannte CCS-Technologie (Carbon Capture, Transport and Storage) ist ein Verfahren mit dem CO2 aus Abgasen aus Industrieanlagen und Kraftwerken abgeschieden, verflüssigt, transportiert und unterirdisch gespeichert werden sollte. Die CCS-Technologie galt lange Zeit als Hoffnungsträger für die Energiewende in Deutschland und Europa. Doch laut DIW blieb der erwartete Boom in Forschung und Entwicklung aus, und zahlreiche Pilotprojekte sind verschoben oder abgebrochen worden. Bis heute existiere kein einziges abgeschlossenes CCS-Projekt mit nennenswerter Leistung. 'Es hat sich herausgestellt, dass die Umsetzung technologisch zu anspruchsvoll und sehr teuer ist', so von Hirschhausen, Autor der Studie.
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