Artikel auf www.insuedthueringen.de vom 19.Mai 2011
VON GEORG VATER
Mit einer neuen Photovoltaikanlage auf dem Dach der SNG-Bushalle geht die SWSZ einen weiteren Schritt zur Nutzung der Solarenergie in ihrem Versorgungsbereich.
Suhl – Auf dem Dach der Busabstellhalle im Industriegelände zwischen Suhl und Zella-Mehlis wird bald die Sonne eingefangen. Zumindest ein kleiner Teil ihrer gewaltigen Energie. Der soll ab Ende Mai als Strom ins Netz der Stadtwerke Suhl/Zella-Mehlis (SWSZ) fließen. Dann sind 414 polykristalline Solarmodule montiert. Sie fangen mit einer Gesamtfläche von immerhin 680 Quadratmeter das Sonnenlicht ein. Dieser Tage sind die Monteure der Solar- und Energiespartechnik Ilmenau dabei, mit dem Unterbau und dem Aufbau des Traggerüstes die Vorbereitungen zur Installation der 18 Grad geneigten Module zu treffen.
„Die Lage des Daches ist ideal; kaum Verschattung und die Module lasen sich hervorragend nach Süden neigen“, sagt Matthias Marschall von der SWSZ. Gar nicht so einfach sei es, für ein solches Vorhaben einen geeigneten Standort zu finden, weiß der Projektverantwortliche.
Partner gesucht
Im Herbst vergangenen Jahres hatte die SNG der SWSZ die Nutzung ihres Daches zur Gewinnung von Solarenergie für einen geringen Pachtzins angeboten. „Weil auch wir einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und zukunftsfähige Energien unterstützen wollen“, wie SNG-Betriebshofleiter Gerhard Kruhme sagt. Schließlich sei es kein Problem, die ohnehin vorhandene Dachfläche zu nutzen. Die auf städtische Zuschüsse angewiesene SNG selbst allerdings hätte eine solche Solaranlage nicht finanzieren können. „Deshalb war es logisch, dass wir uns einen Partner suchen.“ Da die SWSZ ohnehin in erneuerbare Energien investieren will, fand zusammen, was zusammen gehört.
Etwa 250 000 Euro investiert der kommunale Energieversorger in die neue Anlage. „Gut angelegtes Geld ist das“, findet Geschäftsführer Reinhard Koch. Denn noch wird die Einspeisung von Solarstrom ins öffentliche Netz großzügig gefördert – auch wenn eine Reduzierung dieses Fördersatzes ab 1. Juli in Aussicht steht. Für rund 97 Kilowattpik Leistung, das ist ein Maximalleistung von immerhin 2800 Kilowatt, ist die Anlage ausgelegt. „Wir rechnen mit einer Refinanzierung in 10 bis 12 Jahren“, sagt Koch.
Im Vordergrund stehe bei diesen Projekten aber nicht der finanzielle Nutzen, sondern der Umweltschutz. Dieser Gedanke ist nach der Atomkraftwerks-Katastrophe von Fukushima und der angekündigten Abschaltung einiger deutscher Atomkraftwerke aktueller denn je. „Deshalb wollen wir vorhandene Möglichkeiten nutzen, um Strom aus Sonnenkraft selbst zu erzeugen. Umso weniger müssen wir einkaufen und aus dem vorgelagerten Netz einspeisen“, sieht es Koch.
Für weitere Projekte dieser Art gebe es Überlegungen. In den Wirtschaftsplänen der folgenden Jahre soll dazu ebenfalls Geld eingestellt werden. Weitere Standorte würden gesucht.
Insgesamt speisen im Versorgungsbereich der SWSZ derzeit rund 130 Photovoltaikanlagen Strom ins öffentliche Netz ein. Neben der ganz großen auf der einstigen Mülldeponie in Goldlauter-Heidersbach oder mittleren auf den Dächern einiger Privatunternehmen sind es eine Vielzahl kleiner Anlagen, die ihren Anteil daran haben.

